Autor: Torsten KleinAktualisiert: 8. Juli 2020 | Lesezeit: 6 Minuten

Ja. Bluthochdruck kann Impotenz oder Erektionsstörungen auslösen. Der dauerhaft gesteigerte Druck des Blutes auf die Wände der Blutgefäße führt zu kleinen Verletzungen und Verkalkungen. Die Durchblutung wird gestört. Das betrifft auch die Schwellkörper des Penis, die für eine harte Erektion zuständig sind.

Bluthochdruck zählt zu den Zivilisationskrankheiten der Industriestaaten. Eine einseitige Ernährung, Bewegungsmangel und Stress führen zur dauerhaften Steigerung des Blutdrucks. Das bleibt in vielen Fällen lange unentdeckt.

Erst, wenn zusätzliche Symptome auftreten, wird vielen Männern erst bewusst, dass etwas nicht stimmen könnte. Auch eine Erektionsstörung oder Impotenz können auf Bluthochdruck hinweisen.

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Bluthochdruck kann zu Gefäßkrankheiten und zu Impotenz führen. Eine rechtzeitige medizinische Behandlung sichert nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Erektion.

Was ist Bluthochdruck?

Bluthochdruck (Hypertonie) ist eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems. Dabei ist der Druck des Blutes auf die Blutgefäße dauerhaft erhöht. Bleibt dieser über längere Zeit unbehandelt, kann er schwerwiegende Folgen für den ganzen Körper haben.

Blutdruck-Normalwert
~ 120/80 mmHg
Leichter Bluthochdruck:
~ 140/90 mmHg
Stark erhöhter Blutdruck:
~ 180/110 mmHg

Auslöser & Ursachen: Wie entsteht Bluthochdruck?

Es gibt zahlreiche Faktoren, die als Auslöser von Bluthochdruck infrage kommen. Viele haben mit dem modernen Lebensstil zu tun. Allerdings kann auch die Genetik, eine vererbte Vorbelastung, eine Rolle spielen.

Das sind die häufigsten Ursachen für Bluthochdruck:

Bluthochdruck kann sich nicht nur aufgrund der Lebensumstände entwickeln. Er kann auch als Symptom einer anderen Erkrankung auftreten, wie beispielsweise Diabetes, Nierenerkrankungen, Schlafapnoe oder allgemeine Störungen des Her-Kreislauf-Systems.

Ebenso spielt das Lebensalter eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung von Bluthochdruck. Die Elastizität der Blutgefäße nimmt mit steigendem Alter ab. Schwankungen des Blutdrucks können deshalb nicht mehr effizient kompensiert werden.

Nicht alle Männer reagieren auf diese Auslöser auf die gleiche Art und Weise. Bei manchen löst beispielsweise die vermehrte Aufnahme von Kochsalz eine Steigerung des Blutdrucks aus, andere sind davon nicht betroffen.

Wie erkennt man Bluthochdruck?

In Deutschland sind rund 20 Millionen Menschen von Bluthochdruck betroffen. Möglicherweise ist diese Zahl weitaus höher, denn die Erkrankung wird nicht immer diagnostiziert. Sie bleibt lange Zeit unentdeckt, weil kaum spezifische Symptome auftreten.

Diese Symptome können ein Anzeichen für Bluthochdruck sein:

  • Kreislaufprobleme & Schwindel
  • Gesichtsrötungen
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit
  • Kurzatmigkeit
  • Erektionsstörungen & Impotenz

Werden diese Anzeichen nicht ernst genommen und der Bluthochdruck nicht behandelt, steigt das Risiko für weitere Erkrankungen.

Tipp:
Der Blutdruck kann mit dem entsprechenden Messgerät ganz einfach selbst gemessen und kontrolliert werden. Liegt auf Dauer ein Bluthochdruck vor, sollte dies beim Arzt abgeklärt werden.

Kann Impotenz durch Bluthochdruck entstehen?

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Der erhöhte Blutdruck kann sich negativ auf die Potenz ausüben. Eine Senkung des Blutdrucks kann auch die Erektionsstörungen wieder beheben.

Besteht über längere Zeit ein Bluthochdruck, werden die Blutgefäße beeinträchtigt. Das betrifft auch jene Gefäße, die den Penis mit Blut versorgen.

Eine Erektion entsteht, wenn vermehrt Blut in die Schwellkörper des Penis fließt. Dafür müssen die Gefäße, die das Blut in den Penis leiten, reibungslosen Blutfluss gewährleisten. Bluthochdruck beeinträchtigt besonders die Wände der Blutgefäße. Es wird nicht mehr ausreichend Blut transportiert. Verkalkungen verhindern, dass auch die feinsten Gefäße durchblutet werden. Der Penis bleibt schlaff.

Impotenz & Bluthochdruck:
Bluthochdruck erhöht das Risiko für eine Erektionsstörung und Impotenz.

Diesen Zusammenhang bestätigte die Studie einer US-amerikanischen Universität.1Erectile Dysfunction and Hypertension | doi.org Statistisch waren fast 70 % der getesteten Bluthochdruck-Patienten auch von einer Erektionsstörung bzw. Impotenz betroffen.

Impotenz verhindern: Was kann man gegen Bluthochdruck tun?

Sobald der Verdacht auf Bluthochdruck besteht, sollte dieser durch regelmäßige Messungen und einen Arztbesuch abgeklärt werden.

Je früher die Behandlung erfolgt, desto erfolgreicher kann die Erkrankung und auch die Impotenz behandelt werden.

So können auch gesundheitliche Spätfolgen verhindert werden. Die Therapie des Bluthochdrucks erfolgt entsprechend der individuellen Ursachen und angepasst an das Ausmaß der Krankheit.

Diese Methoden eignen sich zur Behandlung von Impotenz durch Bluthochdruck:

Änderung des Lebensstils:
Ernährungsumstellung, weniger ungesunde Lebens- & Genussmittel
Gewichtsreduktion:
Desto weniger Körpergewicht, desto weniger muss das Herz arbeiten.
Medikamente:
Wenn nichts hilft, werden Blutdrucksenker wie ACE-Hemmer oder Betablocker verschrieben.
Die Einnahme von Medikamenten zur Senkung des Blutdrucks sollte erst dann erfolgen, wenn die Änderung des Lebensstils keine Besserung gebracht hat oder ein schwerer Bluthochdruck vorliegt.

Können Blutdrucksenker zu Impotenz führen?

Viele Bluthochdruck-Patienten berichten über das Auftreten von Erektionsstörungen bis hin zu Impotenz während der Einnahme von Blutdrucksenkern. Dabei liegt die Annahme nahe, dass die blutdrucksenkenden Medikamente wie Betablocker für die Beeinträchtigung der Erektion verantwortlich sind.

Die Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention2Hochdruckmedikamente nicht für Potenzstörungen verantwortlich | hochdruckliga.de und auch die Ärztezeitung3Wenn Hypertoniker Probleme mit der Potenz haben, liegt es meist nicht an ihren Tabletten | aerztezeitung.de haben zu diesem Thema einen Artikel veröffentlicht.

Sie sind sich einig: Die Einnahme von Blutdrucksenkern von Männern führt nicht zu Erektionsstörungen. Der Grund für die Potenzprobleme ist vielmehr der Bluthochdruck, der die Blutgefäße und somit die Durchblutung des Penis beeinträchtigt.

Was bedeutet das für die Behandlung von Bluthochdruck und Impotenz?
Bei der Behandlung von Bluthochdruck sollte man den zuständigen Mediziner auch über das Vorliegen oder Auftreten von Potenzstörungen informieren. So kann dieses Krankheitsbild in die Therapie miteinbezogen werden.

Zur kurzzeitigen Behandlung von Erektionsstörungen und Impotenz durch Bluthochdruck kommen häufig PDE-5-Hemmer zum Einsatz. Diese Potenzmittel versprechen Erfolg bei der Stärkung der Erektion.

Welche Blutdrucksenker bei Impotenz?

Betablockern und Diuretika zur Behandlung von erhöhtem Blutdruck wird nachgesagt, dass sie bestehende Erektionsstörungen und Impotenz verstärken können. Dieser Zusammenhang konnte allerdings noch nicht durch wissenschaftliche Studien bestätigt werden.

Blutdrucksenker und Medikamente mit besonders geringem Risiko für Impotenz als Nebenwirkung:

  • ACE-Hemmer
  • Kalziumantagonisten
  • Sartane

Bei schwerwiegendem Bluthochdruck wird dessen Behandlung im Vordergrund stehen, um gesundheitliche Risiken, wie beispielsweise Schlaganfälle oder Herzinfarkte, einzudämmen. Sobald der Blutdruck dauerhaft gesenkt werden konnte, normalisiert sich häufig auch die Erektionsstörung.

Kann man bei Bluthochdruck Potenzmittel nehmen?

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Da Potenzmittel wie Viagra selbst auch den Blutdruck senken, können diese zwar in en meisten Fällen eingenommen werden, die Einnahme sollte allerdings mit dem Arzt besprochen werden. Eine zu hohe Dosis kann zu einen gefährlich tiefen Blutdruck führen.

Bei Bluthochdruck wird auch die Erektionsfähigkeit beeinträchtigt. Es dauert eine gewisse Zeit, bis sich der Blutdruck während der Behandlung normalisiert und auch die vollständige Potenz zurückkehrt.

Bleiben Erektionsstörungen trotz medikamentöser Behandlung und/oder Lebensumstellung bestehen, können PDE-5-Hemmer angewendet werden. Potenzmittel wie Viagra oder Cialis eignen sich zur temporären Behandlung von erektiler Dysfunktion durch Bluthochdruck.

Die Einnahme von Potenzmittel bei Bluthochdruck sollte mit einem Arzt abgesprochen werden. Weil PDE-5-Hemmer und andere Potenzmittel blutdrucksenkend wirken, kann es zu lebensgefährlichen Wechsel- und Nebenwirkungen mit Blutdrucksenkern und Medikamenten kommen.

Im Zweifelsfall sollte niedrig dosierte Potenzmittel wie z.B. Cialis in 2.5 oder 5 mg auf täglicher Basis eingenommen werden. Damit sind Männer dauerhaft bereit und riskieren keine zu starken Nebenwirkungen wie bei der Bedarfsanwendung einer höheren Dosis.

Verschwindet die Erektionsstörung, wenn sich der Blutdruck normalisiert?

Wird Bluthochdruck erfolgreich behandelt, bessern sich die Begleitsymptome und das Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen sinkt.

Auch dadurch ausgelöste Schäden an den Blutgefäßen verringern sich. Die Chancen, dass sich eine erektile Dysfunktion durch die Normalisierung des Blutdrucks bessert, stehen gut.

Hinweis: Um das Risiko einer chronischen Erektionsstörung (Impotenz) zu verringern, sollte der behandelnde Arzt schon zu Beginn der Behandlung darüber informiert werden. So kann die (medikamentöse) Therapie des Patienten auf die erektile Dysfunktion abgestimmt werden.

Fazit: Kann Bluthochdruck zu Impotenz führen?

Ja, der erhöhte Blutdruck führt sogar sehr häufig zu Gefäßkrankheiten und Impotenz. Viele Männer, die unter Bluthochdruck leiden, sind auch von Erektionsstörungen betroffen. Nicht immer ist ihnen bewusst, dass die erektile Dysfunktion durch einen erhöhten Blutdruck bedingt ist.

Dieses Krankheitsbild bleibt häufig unentdeckt, obwohl eine frühzeitige Behandlung äußerst erfolgsversprechend ist. Sie kann das Risiko für gesundheitliche Folgeschäden deutlich verringern. Auch die Erektionsfähigkeit kann sich wieder verbessern.

Deshalb ist es nicht nur beim Auftreten einer erektilen Dysfunktion wichtig, den Blutdruck regelmäßig zu prüfen. Je früher Bluthochdruck entdeckt wird, desto effizienter kann er behandelt werden und desto schneller kehrt auch die steife Erektion zurück.

Potenzmittel bei Bluthochdruck

Verschreibungspflichtige Potenzmittel können in der Regel bei erhöhten Blutdruck eingenommen werden, da diese ebenfalls eine blutdrucksenkende Wirkung haben. Eine gezielte Absprache mit dem behandelnden Arzt ist allerdings notwendig.

In den meisten Fällen werden Männern mit Bluthochdruck leicht dosierte Potenzmittel verschrieben um keinen zu starken Blutdruckabfall zu riskieren. Als besonders gut verträglich gilt Cialis, Levitra oder auch Spedra in niedriger Dosierung.

Quellen, wissenschaftliche Studien & Literatur:
  1. Erectile Dysfunction and Hypertension | doi.org
  2. Hochdruckmedikamente nicht für Potenzstörungen verantwortlich | hochdruckliga.de
  3. Wenn Hypertoniker Probleme mit der Potenz haben, liegt es meist nicht an ihren Tabletten | aerztezeitung.de
  4. Abnehmen fürs Baby | zeit.de
  5. Obesity and Age Affect Male Fertility Potential | doi.org
  6. Diät als Libido-Killer: Mit der falschen Ernährung verlierst du die Lust auf Sex | elle.de

Fotos: AppleZoomZoom, Joyseulay | Shutterstock.com

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