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Wenn bei jungen Männern Impotenz eintritt, handelt es sich meistens um psychologisch bedingte Erektionsstörungen.

Zwar können auch körperliche Ursachen der Auslöser sein, doch treten diese in vielen Fällen erst im Alter über 40 Jahren auf. Bei jungen Männern dagegen, handelt es sich häufig um Stress, Ängste oder Hemmungen die zu Blockaden führen.

Fakt: Auch zu viel Pornos können zu Erektionsstörungen und psychologischen Problemen führen.

Wir erklären warum junge Männer unter Impotenz leiden können und in welchen Fällen Potenzmittel oder andere Hilfsmittel helfen können.

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Wenn junge Männer unter Impotenz leiden, sind es nur selten körperliche Ursachen. Privater & beruflicher Stress, Versagensängste oder sexuelle Hemmungen können Auslöser für Erektionsstörungen sein.

Auslöser für Impotenz bei jungen Männern

Die häufigsten wohl Auslöser für Impotenz bei jungen Männern sind:

Wir gehen jetzt auf diese einzelnen Ursachen genauer ein und geben Tipps was Sie gegen Impotenz in jungen Jahren machen können. Neben den chemischen Potenzmittel gibt es nämlich auch natürliche Wege die Potenz zu steigern.

Kann Stress Impotenz auslösen?

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Stress ist eines der größten Auslöser für Potenzstörungen bei jungen Männern. Wird der Stress reduziert, können sich die Erektionsstörungen wieder von alleine einstellen.

Wenn zu viel Stress herrscht, befindet sich unser Körper in einem Alarmzustand. Andere Funktionen sind dann wichtiger als die Zeugungsfähigkeit. Zudem wird die Lust gehemmt und Entspannung praktisch unmöglich. Zwar ist in vielen Fällen theoretisch noch eine körperliche Erektion möglich, aber da die Lust vollkommen ausbleibt, sind Störungen kein Wunder.

Schnell wird eine Impotenz vermutet. Ratsam wäre es hierbei den Stresslevel zu reduzieren und das Problem weiter zu beobachten.

Von erektiler Dysfunktion wird medizinisch erst dann gesprochen, wenn über 6 Monate in mehr als 70% der Fälle keine für den Geschlechtsakt ausreichende Erektion aufgebaut werden kann.

Tipps gegen Impotenz durch zu viel Stress:

Folgende Tipps können sich junge Männer die unter Impotenz durch zu viel Stress leiden, zu Herzen nehmen:

  • Stresslevel senken
  • Erholung für Körper & Geist
  • Urlaub, Entspannung oder Gespräche können Last von den Schultern nehmen
  • Nicht unter Druck gesetzt fühlen
  • Yoga, Meditation oder Sport können für Ausgleich sorgen
  • Gesunde Ernährung (Kein Junkfood)

Können Potenzmittel helfen? Jaein. Zwar können Potenzmittel die körperliche Erektion verstärken, allerdings wirken diese nicht wenn keine Lust auf Sex besteht. Sorgt Zuviel Stress also dazu dass keine Lust auf Sex besteht, können auch Potenzmittel nicht wirken. Allerdings könnten diese Mittel auch etwas Last von den Schultern nehmen und dadurch für eine entspanntere Stimmung sorgen 

Können Versagensängste zu Impotenz führen?

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Versagensängste können bei jungen Männern zu Erektionsstörungen führen. Werden die Ängste überwunden, können sich die Probleme wieder von alleine einstellen.

Die Angst zu Versagen herrscht vor allem bei jungen Männern. Im fortgeschrittenen Alter besteht meist ausreichend Erfahrung, wodurch solche Ängste nur noch selten eintreten. Warum junge Männer unter Impotenz durch Versagensängste leiden, ist nicht pauschal zu beantworten, da hier viele unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen.

Versagensängste können verstärkt werden durch:

  • Geringes Selbstbewusstsein
  • Erlebnisse & Erfahrungen in der Kindheit
  • Hohe Erwartungshaltung der Sexualpartner
  • Hohe Erwartungen durch Erzählungen im Freundeskreis
  • Unrealistische Erwartungen durch Pornografischen Konsum
  • Zu hohe Erwartungen an sich selbst

Versagensängste lösen sich meist mit der Zeit von selbst. Dennoch ist es für viele junge Männer sehr belastend, vor allem wenn die Probleme länger anhalten. Offene Kommunikation ist hier die Geheimwaffe. Wer über die Versagensangst offen spricht, kann die Blockaden lösen und auch dem Sexualpartner aufklären.

Potenzmittel können in diesem Fall ebenfalls über einen psychologischen Aspekt helfen. Zwar wirken Mittel wie Viagra oder Cialis eigentlich nur auf körperlicher Ebene, allerdings nehmen diese Hilfsmittel jungen Männer mit Impotenz oft eine Sorge ab. Dadurch muss sich der Mann um die Erektion keine weiteren Gedanken machen und Versagensängste können gemindert werden.

Ist die Angst erst einmal genommen, können auch in Zukunft solche Potenzmittel weg gelassen werden.

Sexuelle Hemmungen können die Lust blockieren

Ähnlich wie bei einer Versagensangst, können auch sexuelle Hemmungen bei jungen Männern für Impotenz sorgen. Fühlen sich Männer unwohl oder werden bestimmte Phantasien nicht ausgelebt, kann dies zu Lustlosigkeit und geistigen Blockaden führen.

Eine Hemmung kann ebenfalls oft nur durch Kommunikation, mit dem Partner oder in einer Therapie behandelt werden. Die Probleme können in diesem Fall sehr tiefgründig sein und können oft nicht mit Potenzmittel behandelt werden.

Potenzmittel können in diesem Fall nur einen sehr geringen Teil zur Lösung beitragen. Bleibt die Lust auf Sex aus, können auch verschreibungspflichtige Potenzmittel nicht helfen.

Machen Depressionen Impotent?

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Depressionen sind mögliche Auslöser von Potenzstörungen. Anderseits können auch Erektionsstörungen zu Depressionen führen. Hierbei kann oft nur professionelle Hilfe aus dem Teufelskreis helfen.

Noch schwieriger zu behandeln, sind Potenzstörungen ausgelöst durch Depressionen. Empfinden Männer keinerlei Lustempfinden können selbst die stärksten Potenzmittel oder Lustmacher nicht weiter helfen.

Depressionen zeigen sich oft durch:

  • Wenig Zukunftsperspektiven
  • depressive Verstimmungen
  • Sexuelles Desinteresse
  • Müdigkeit & Antriebslosigkeit
  • Geringes Selbstbewusstsein
  • Innere Leere & Einsamkeit
Depressionen in Verbindung mit Impotenz können ein wahrer Teufelskreis sein. Einerseits können Depressionen dazu sorgen dass keine Lust auf Sex besteht, anderseits kann auch die Erektionsstörung zu Depressionen führen.

Nur durch professionelle Hilfe und offene Kommunikation kann herausgefunden werden, welches Problem zu erst statt fand und sozusagen der Auslöser der Potenzstörung ist.

Antidepressiva verstärken Potenzprobleme

Bei der Ursachenforschung von Depressiver Potenzstörungen, gibt es ein weiteres Hindernis: Antidepressiva können zusätzlich zu sexueller Lustlosigkeit führen. Dieser Zusammenhang existiert insbesondere bei serotonergen Antidepressiva, welche in den Hirnstoffwechsel eingreifen. Dadurch sind die Glückshormone wie Serotonin & Dopamin betroffen, welche allerdings auch bei der Lust auf Sex eine große Rolle spielen.

Traten die Potenzstörungen bei einer Depression erst bei der Gabe von Antidepressiva auf, so sollte hier über ein Wechsel auf ein anderes Medikament nachgedacht werden. Auch das Anpassen der Dosierung kann bereits helfen die Potenzstörungen wieder aufheben zu lassen. 

Junge Männer die unter Impotenz durch Depressionen leiden, sollte daher überprüfen welche Medikamente eingenommen werden. Grundsätzlich gilt es hier Gespräche mit dem behandelnden Arzt zu führen und keine Selbstmedikation durchzuführen.

Pornografiekonsum bei jungen Männern

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Zu viel und vor allem zwanghafter Pornografiekonsum kann bei jungen Männern zu Impotenz führen. Ot kann nur ein Entzug der Pornografie helfen, die Probleme in den Griff zu bekommen.

Zu viel Pornografie kann bei jungen Männern zu Impotenz führen. Obwohl eine Erektion währen der Masturbation zu pornografischen Inhalten möglich ist, kann es vorkommen dass die Erektion dann beim eigentlichen Geschlechtsakt ausbleibt. Dies zeigt einmal mehr, wie komplex das Thema Potenzstörungen doch ist.

Durch falsche Phantasien und ein gestörtes Belohnungssystem, führt zu viel Pornografie zu Impotenz. Das Gehirn wird darauf ausgelegt ständig neue Reize bekommen zu müssen. Normale Dinge wie der Anblick einer nackten Frau, reizt das Gehirn dann nur noch selten. Körperlicher Kontakt wird im schlimmsten Fall gar nicht mehr als erregend wahr genommen, weil ganz andere Erwartungshaltungen herrschen.

Der Inhalt von Pornografie muss ständig erhöht, verbessert oder neue Reize auslösen. Geschlechtsverkehr wird mehr und mehr uninteressant.

Tipps gegen Porno-induzierter erektiler Dysfunktion:

  • Pornokonsum zeitlich stark eingrenzen
  • Nach und nach die Dosis verringern
  • No Fap“ (keine Masturbation) über mehrere Tage oder Wochen
  • Im Idealfall eine komplette Abstinenz von Pornografie

Potenzmittel können in diesem Fall zwar nur wenig Helfen, allerdings können sexuelle Reize durch Potenzmittel schneller zu einer Erektion führen. Die generelle Lust auf Sex muss aber vorhanden sein.

Medikamente können Impotenz auslösen

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Gewisse Medikamente können auch bei jungen Männern zu Impotenz führen. Hierbei gilt es das Medikamenten zu wechseln oder die Dosis anzupassen.

Die Einnahme bestimmter Medikamente kann Impotenz auslösen. Dabei spielt das Alter des Patienten keine Rolle. Da die meisten Medikamente gegen Volkskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder zu hohen Cholesterinspiegel erst im höheren Alter eingenommen werden, ist dies bei jungen Männern selten der Fall. Dennoch muss die Medikamenteneinnahme als Auslöser von Potenzstörungen in Betracht gezogen werden.

Werden einer der folgenden Medikamentengruppe eingenommen, können Potenzstörungen die Folge sein:

  • Blutdrucksenker
  • Antidepressiva
  • Schmerzmittel
  • Antidiabetika
  • Cholesterinsenker
  • Beruhigungsmittel
  • Entwässerungsmittel
  • Aufputschmittel
  • Antiandrogene
  • Medikamente gegen eine Prostatavergrößerung
  • Medikamente zur zur Krebsbehandlung

Diese Medikamente können auch von jungen Männern eingenommen werden. Dadurch sind Erektionsstörungen auch in jungen Jahren nicht auszuschließen. Um diese zu behandeln, gilt es einen Wechsel auf ein anderes Medikament der Wirkstoffgruppe beim Arzt vorzuschlagen.

Prinzipiell sind Ärzte bei der Nebenwirkung von Impotenz bereit, die Dosis anzupassen oder ein Wechsel durchzuführen.

Übrigens: Auch Drogen wie Alkohol, Anabolika & Nikotin können Potenzstörungen verursachen oder verschlimmern. 

Körperliche Auslöser der Impotenz bei jungen Männern

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Auch körperliche Ursachen und/oder eine ungesunde Lebensweise können Impotenz in jungen Jahren verstärken. In diesem Fall helfen Potenzmittel sehr effektiv, doch auch ein gesündere Lebensstil kann bereits einiges bewirken.

Doch auch organische Ursachen können bereits bei jungen Männern zu einer Impotenz führen. Dabei spielen vor allem Erkrankungen wie diversen Gefäßerkrankungen, wie Fettleibigkeit (BMI über 30) oder Diabetes eine entscheidende Rolle. Häufig entstehen viele dieser Erkrankungen in jungen Jahren, durch eine ungesunde Lebensweise.

Auch hier gilt wieder, dass die Medikamente die zur Behandlung der Beschwerden eingesetzt werden, ebenfalls Auslöser der Potenzstörung sein könnten.

Krankheiten die zu Impotenz führen können:

  • Herz-Kreislaufstörungen:
  • Bluthochdruck
  • Herzerkrankungen
  • Hormonstörungen:
  • Testosteronmangel
  • Diabetes
  • Fettleibigkeit
  • Schilddrüsenstörungen
  • Nervenkrankheiten:
  • Rückenmarksverletzungen
  • Multiple Sklerose
  • Geschlechtskrankheiten

Zwar sind körperliche Ursachen bei der Impotenz von jungen Männern eher selten der Fall, dennoch sind diese nicht auszuschließen. Potenzmittel können bei körperlichen Ursachen in 90% der Fälle helfen. Doch auch eine gesunde Lebensweise kann viele dieser Probleme bereits verbessern.

Fazit: Ursachen der Impotenz bei junge Männern

Die Ursachen können vielfältig sein. Doch vor allem psychologisch bedingte Probleme, können bei jungen Männern zu Impotenz führen. Zwar können diese Probleme oft wieder von alleine verschwinde, eine ehrliche, offene Kommunikation kann hierbei allerdings deutlich helfen.

Potenzmittel können grundsätzlich Ihren Teil dazu beitragen, damit gewisse Ängste überwunden werden und das Selbstbewusstsein gestärkt werden. Besteht allerdings keinerlei Lust auf Sex, können die Mittel nicht ausreichend wirken.

Quellen, wissenschaftliche Studien & Literatur:
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  16. Können Diabetes-Medikamente zu Erektionsstörungen führen: navigator-medizin.de

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