Autor: Torsten KleinAktualisiert: 12. August 2020 | Lesezeit: 5 Minuten

Lakritz kann in hohen Mengen & dauerhaften Konsum den Testosteronspiegel des Mannes senken. Mit weniger Testosteron ist auch die Lust auf Sex geringer und eine Impotenz wahrscheinlicher. Der gelegentliche & geringe Konsum von Lakritz ist in den meisten Fällen unbedenklich und führt nicht zu bleibenden Erektionsstörungen.

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Konsum von Lakritz – Gut & schlecht?

Lakritz wird aus dem Extrakt der Süßholzwurzel hergestellt. Der zuckersüße und zugleich extrem salzige Geschmack spaltet die Meinungen der Verbraucher. Der Grundstoff der schwarzen „Süßigkeit“ ist der Saft der Süßholzwurzel. Dieser wird zusammen mit Stärke, Zucker und Salz eingekocht und anschließend mit Gummi arabicum (gummihaltiger Lebensmittelzusatzstoff, der aus Akazien-Bäumen gewonnen wird) veredelt.

Lakritz besitzt eine heilende Wirkung bei Entzündungen, wirkt antibakteriell, krampf- und schleimlösend. Dennoch ist ein übermäßiger Genuss von Lakritz ungesund bzw. schädlich für den menschlichen Organismus.

Übermäßiger oder dauerhafter Verzehr von Lakritz kann folgende gesundheitliche Probleme hervorrufen:

  • Bluthochdruck
  • Herzrhythmusstörungen
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Wassereinlagerungen
  • Potenzprobleme
Lakritz sollte lediglich in Maßen konsumiert werden. In höheren Mengen verzehrt, können gesundheitliche Probleme die Folge sein, wie z.B. erhöhter Blutdruck oder die Senkung des männlichen Testosteronspiegels. Ein Testosteronmangel kann zu Störungen der Erektionsfähigkeit führen.

Gesundheitliche Folgen von übermäßigem Lakritz-Konsum

Der erhöhte Konsum von Lakritz kann diverse gesundheitliche Folgen mit sich bringen. Wir listen die bekannten Probleme auf und erklären im Detail wieso diese Zusammenhänge möglich sind.

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Geringe Mengen Lakritz stellen in der Regel kein Problem dar, regelmäßig hoher Lakritz-Konsum gilt allerdings als bedenklich.

Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen

Waren aus Lakritz enthalten in der Regel mindestens 3 % Süßholzextrakt. Dieses enthält Glycyrrhizin, ein Pflanzenstoff-Gemisch aus Kalium- und Calciumsalzen der Glycyrrhizinsäure, welches zum charakteristischen Geschmack von Lakritz beiträgt.

Glycyrrhizin besitzt allerdings auch eine 50-fach höhere Süßkraft als Zucker und hat daher massive Auswirkungen auf den Mineral- und Wasserhaushalt des Körpers. Ein übermäßiger Konsum von Lakritz kann deshalb Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen verursachen.

Kopfschmerzen, Schwindel und Wassereinlagerungen

Bei übermäßigem Lakritzkonsum werden die beiden Hormone Aldosteron und Kortisol überproduziert, weshalb zu viel Lakritz den Kaliumspiegel im menschlichen Organismus senken kann. Der durch den Kaliummangel gestörte Elektrolythaushalt kann zu Kopfschmerzen und Muskelschwäche führen oder Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödemen) verursachen.

Änderung der Wirkung von Medikamenten

Zu häufiger Genuss von Lakritz kann die Wirkung von Medikamenten beeinflussen, da es den Enzymhaushalt in der Leber beeinflusst. Auf Wechselwirkungen sowie eine geänderte Wirksamkeit bei der Einnahme von Medikamenten ist deshalb speziell zu achten.

Potenzprobleme

Lakritz trägt ebenfalls dazu bei, dass der Testosteronspiegel im Körper sinkt, wodurch die männliche Libido negativ beeinflusst werden kann. Dies kann somit also auch zu Erektionsstörungen führen, wobei auch junge Männer davon betroffen sein können.

Wie viel Lakritze ist unbedenklich?

Der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der Europäischen Kommission gibt die Empfehlung ab, täglich nicht mehr als 100 mg Glycyrrhizinsäure aufzunehmen.1FDA warnt vor Herzrhythmusstörungen: Warum Lakritz gefährlich werden kann | deutsche-apotheker-zeitung.de

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung betont, dass es bei regelmäßigem Verzehr von Lakritz mit größeren Mengen an Glycyrrhizin (mehr als 200 mg pro 100 g Lakritz) zu einer Veränderung des Mineralstoffwechsels mit Natriumanreicherungen und Kaliumverlusten kommen kann. Deshalb sollte der Grenzwert von 100 mg Glycyrrhizin pro Tag keinesfalls überschritten werden.2Lakritze – Bundesinstitut für Risikobewertung | bfr.bund.de

Wie hoch ist der durchschnittliche Glycyrrhizingehalt in Lakritz?

Einige Lakritzwaren enthalten mehr als 200 mg Glycyrrhizin pro 100 g Lakritz.

Speziell bei Lakritzerzeugnissen aus dem Ausland ist Vorsicht geboten. Wer davon regelmäßig täglich über 50 g zu sich nimmt, muss deshalb mit gesundheitlichen Nebenwirkungen rechnen.

Im Jahr 2017 untersuchte das Bayrische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit insgesamt 46 Proben Lakritz, Lakritzkonfekt sowie lakritzhaltige Zuckerwaren von 16 unterschiedlichen Herstellern, welche entweder verpackt oder als lose Ware verkauft wurden. Nach den Angaben in den Zutatenlisten waren in den Lakritzwaren zwischen 3 % und 8,5 % Süßholzsaft bzw. Süßholzextrakt enthalten. Der maximale Glycyrrhizingehalt der untersuchten Proben betrug 133 mg pro 100 g, wohingegen die kleinste analysierte Konzentration bei 5,1 mg pro 100 g Lakritz lag.3Glycyrrhizin-Gehalte in Lakritzerzeugnissen Untersuchungsergebnisse 2017 | lgl.bayern.de

Unabhängig vom Alter sollten deshalb keine größeren Mengen an Lakritz auf einmal verzehrt werden. Werden Symptome wie anhaltende Kopfschmerzen oder ein unregelmäßiger Herzschlag bemerkt, sollte der Verzehr von Lakritz sofort eingestellt und ein Arzt kontaktiert werden.

Libido & Lakritz – Zusammenhang erklärt

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Regelmäßiger Konsum von großen Mengen an Lakritz kann zu Potenzstörungen führen. Wer bereits leichte Probleme hat, sollte daher lieber auf Lakritz verzichten.

Männer müssen sich entscheiden: Libido oder Lakritz. Denn wer regelmäßig zu viel Lakritz konsumiert, muss mit Potenzproblemen und Erektionsstörungen rechnen.

Bereits Ende der 1990er Jahre haben italienische Wissenschaftler im Rahmen einer groß angelegten Studie herausgefunden, dass der dauerhafte Genuss von Lakritz bei Männern zu einem Absinken des Testosteronspiegels führt.4Reduction of Serum Testosterone in Men by Licorice | dx.doi.org

Die Details der Studie: Die italienischen Forscher verabreichten den männlichen Probanden eine Woche lang täglich 7 g handelsüblicher Lakritzpastillen. Die Folge war, dass der Testosteronspiegel der Testpersonen um bis zu 44 % gesunken ist. Erst nach einer Dauer von durchschnittlich 4 Tagen pendelte sich der Spiegel wieder auf einen Normalwert ein.

Die Ursache: Das im Lakritz enthaltene Glycyrrhizin sorgt dafür, dass der Blutdruck in die Höhe schießt, wodurch jene Enzyme blockiert werden, die für die körpereigene Produktion von Testosteron verantwortlich sind.

Testosteron gilt jedoch als das wichtigste Sexualhormon des Mannes. Es hat Einfluss auf die Erektionsfähigkeit und Libido des Mannes. Ist der Testosteronspiegel zu niedrig, kann dies zu Potenz- und Erektionsproblemen führen.

Achtung: Viel Lakritz schadet der Potenz

Der regelmäßige Konsum von Lakritz lässt den männlichen Testosteronspiegel um bis zu 44 % sinken. Die gute Nachricht allerdings: Bereits nach einigen Tagen ohne Lakritz pendelt sich der Testosteronspiegel wieder auf dem normalen Niveau ein. Potenzprobleme, die durch den Konsum von Lakritz ausgelöst werden, sind somit nicht dauerhaft.

Wie viel Lakritz ist gesund?

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Gelegentlicher Konsum von Lakritz muss nicht gefürchtet werden, muss allerdings auch nicht zwingend von Männern mit Potenzstörungen in Betracht gezogen werden.

Lakritz soll auch gesundheitsfördernde Wirkungen besitzen. Wissenschaftler haben festgestellt, dass Lakritz eine heilsame Wirkung bei Entzündungen hat, die Leberwerte verbessern kann und zur Stärkung der Abwehrkräfte beiträgt. Darüber hinaus wird dem Extrakt der Süßholzwurzel auch eine beruhigende sowie krampflösende Wirkung auf den Magen nachgesagt.

Voraussetzung dafür: Man genießt die Süßigkeit in Maßen, andernfalls droht eine Lakritzvergiftung.

Gemäß des Wissenschaftlichen Lebensmittelausschusses der Europäischen Kommission gelten 100 mg Glycyrrhizin täglich als oberer Grenzwert beim Konsum von lakritzhaltigen Erzeugnissen.5Licorice abuse: time to send a warning message – Ther Adv Endocrinol Metab. 2012 Aug; 3(4): 125–138.| doi.org

Gefahr beim Konsum von Lakritz
Abhängig von Hersteller und Marke kann der Glycyrrhizingehalt in Lakritzprodukten stark variieren. Süßwaren, die 400 mg Glycyrrhizin pro 100 g enthalten, müssen deshalb mit dem Hinweis „enthält Süßholz – bei hohem Blutdruck sollte ein übermäßiger Verzehr dieses Erzeugnisses vermieden werden” gekennzeichnet sein. Lakritz, welches einen Glycyrrhizingehalt von über 200 mg pro 100 g aufweist, muss als Starklakritz gekennzeichnet sein.

Umgangssprachlich wird Starlakritz auch als „Erwachsenenlakritz“ bezeichnet, während glycyrrhizinärmere Produkte als „Kinderlakritz“ betitelt werden.

Fazit: Verzicht auf Lakritz kann für die Potenz nicht schaden

Es „können“ also bereits geringe Mengen Lakritz ausreichen, um den Testosteronspiegel stark senken zu lassen (um bis zu 44 %), was zu vorübergehenden Impotenz führen kann. Für Männer, die in der Vergangenheit mit Potenzproblemen zu kämpfen hatten oder noch immer darunter leiden, ist es ratsam, dass sie auf den Verzehr von Lakritz komplett verzichten.

Übermäßiger Lakritzkonsum kann darüber hinaus auch weitere gesundheitliche Schäden verursachen, angefangen von leichten Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Schwindelzuständen bis hin zu Muskellähmungen, erhöhtem Blutdruck oder ernsthaften Herzrhythmusstörungen.

Quellen, wissenschaftliche Studien & Literatur:
  1. FDA warnt vor Herzrhythmusstörungen: Warum Lakritz gefährlich werden kann | deutsche-apotheker-zeitung.de
  2. Lakritze – Bundesinstitut für Risikobewertung | bfr.bund.de
  3. Glycyrrhizin-Gehalte in Lakritzerzeugnissen Untersuchungsergebnisse 2017 | lgl.bayern.de
  4. Reduction of Serum Testosterone in Men by Licorice | dx.doi.org
  5. Licorice abuse: time to send a warning message – Ther Adv Endocrinol Metab. 2012 Aug; 3(4): 125–138.| doi.org

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