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Ja. Rauchen kann langfristig sowohl zu Erektionsstörungen wie auch zu einer schlechteren Qualität der Spermien führen.

Rauchen beeinträchtigt Nervenfunktionen, die Durchblutung der Gefäße und andere für den Erektionsvorgang wichtige Körperfunktionen. Rauchen wird somit oftmals als eine, von mehreren möglichen Ursachen für Impotenz gesehen.

Rauchen kann Impotenz auslösen und bestehende Erektionsstörungen verstärken. Der Hinweis „Rauchen bedroht Ihre Potenz“ ist sogar auf den Zigarettenschachtel zu lesen.

Wir klären in diesem Artikel auf, wie der Nikotinkonsum die Potenz beeinflusst. 

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Was versteht man unter Impotenz?

Impotenz wird umgangssprachlich als ein Oberbegriff für verschiedene Krankheiten verwendet, welche die teilweise oder gänzliche Zeugungsunfähigkeit zur Folge haben. Impotent zu sein wird oftmals mit dem Vorhandensein einer erektilen Dysfunktion – also Erektionsproblemen – gleichgesetzt. Dies ist aus medizinischer Sicht jedoch nicht ganz korrekt.

Arten der Impotenz

Unter Impotenz werden folgende Erkrankungen bei Männern unterschieden:

Erektile Dysfunktion
Bezeichnet die teilweise oder vollständige Unfähigkeit, eine Erektion aufbauen und halten zu können, um den Geschlechtsverkehr ausüben zu können.
Anejakulation
Bezeichnet die Unfähigkeit, zu ejakulieren. Leidet man an einer Anejakulation, kann zwar der Geschlechtsverkehr vollzogen werden, der Samenerguss bleibt jedoch aus.
Steriliät
Bezeichnet die Unfähigkeit zur Zeugung eines Kindes. Während Betroffene zwar eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion bekommen können und auch der Samenerguss normal abläuft, kann keine Befruchtung der Eizelle erfolgen.

Wie beeinflusst Rauchen die Erektionsfähigkeit?

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Studien haben ergeben, dass das Risiko für Potenzprobleme bei Rauchern weitaus höher ist, als bei Nichtrauchern.2Smoking and erectile dysfunction: findings from a representative sample of Australian men | dx.doi.org Außerdem steigt die Gefahr, an Erektionsproblemen zu leiden, je öfter und länger eine Person raucht.

Auch Erkrankungen, wie z.B. Bluthochdruck oder Diabetes, erhöhen das Risiko einer erektilen Dysfunktion und somit unzureichender Potenz eines Mannes. Weiters spielt der Lebensstil der Betroffenen eine wichtige Rolle. Übergewicht als auch erhöhter Alkoholkonsum oder Drogenmissbrauch können zu einer verminderten Erektionsfähigkeit beitragen.
Die Penisarterie zählt zu den dünnsten Arterien des männlichen Körpers. Aus diesem Grund kommt es in diesen Gefäßen sehr leicht zu Verstopfungen, was den für die Erektion notwendigen Blutfluss stark beeinträchtigt.

Geschlechtsverkehr ist bei einer erektilen Dysfunktion somit nur mehr unzureichend oder gar nicht mehr möglich. Das ist nicht nur für das Liebesleben hinderlich.

An dieser Stelle bereits der Hinweis: Potenzstörungen können ein erstes Warnsignal für eine Gefäßerkrankung sein. In diesem Falle ist unbedingt ein Spezialist zu konsultieren.

Wie beeinflusst Nikotin die Erektion?

Nikotin vergiftet den Körper langsam und schleichend. Die Giftstoffe des Tabakrauchs greifen unter anderem die Innenwand der Blutgefäße an. Diese wird dadurch weniger flexibel, was die Funktionen des Gefäßes beeinträchtigt.

Da in den männlichen Genitalien ein sehr feines Arteriensystem verläuft, welches für die Durchblutung zuständig ist, wird vor allem dort durch die Nikotinaufnahme der Blutstrom gestört. Häufig passiert das, bevor andere Krankheiten zu erkennen sind, welche auf den Tabakkonsum zurückzuführen sind.

Eine aktuelle Studie belegt den Zusammenhang zwischen der Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten und dem erhöhten Risiko an einer Erektionsstörung zu erkranken.2Smoking and erectile dysfunction: findings from a representative sample of Australian men | dx.doi.org

Bis zu 10 Zigaretten täglich:
Werden täglich bis zu 10 Zigaretten geraucht, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Impotenz um 27 %.
Mehr als 20 Zigaretten täglich:
Werden jeden Tag mehr als 20 Zigaretten geraucht, haben männliche Raucher sogar eine 65 % höhere Wahrscheinlichkeit, an einer erektilen Dysfunktion zu erkranken, als männliche Nichtraucher.

Das Rauchen von mehreren Zigaretten am Tag schädigt auch jene Arterien, welche für die Durchblutung des Penis zuständig sind. Der zeitweilige Anstieg der Durchblutung, welcher für eine Erektion unabdinglich ist, wird erschwert. Durch die schlechte Durchblutung kann sich der Penis nicht mehr so einfach aufrichten, was letztlich zu immer wiederkehrenden Erektionsstörungen führt.

Regelmäßiges Rauchen hat eine Veränderung der kleinen, sensiblen Blutgefäße des Penis zur Folge. Neben dieser Arterienschädigung wird auch die Muskulatur um die Schwellkörper durch das Rauchen beeinträchtigt. Sie verlieren an Elastizität, was letztlich das Einströmen des Bluts in die Schwellkörper erschwert.

Nikotin & Sperma: Wie das Rauchen die Zeugungsfähigkeit beeinflusst

Regelmäßiger Tabakkonsum kann nicht nur als Ursache für Störungen der Potenz verstanden werden. Auch Sterilität, die fehlende Fähigkeit, Kinder zu zeugen, kann eine Folge des Rauchens sein.

Der Zigarettenkonsum führt demnach nicht nur zu Erektionsproblemen, er beeinträchtigt auch die Fruchtbarkeit von Männern

Das im Tabak vorhandene Nikotin bahnt sich seinen Weg durch den Körper. Die Giftstoffe verteilen sich bis in die Hoden. Dort wirken sie sich negativ auf die Produktion der Spermien aus und können zur Unfruchtbarkeit des Mannes führen.

Spermien von Rauchern sind kleiner & weniger beweglich.

Durch das Vorhandensein einer erhöhten Anzahl von Schwermetallen und aggressiven Sauerstoffverbindungen in den Spermien entsteht oxidativer Stress. Dieser kann das Erbgut in den Samenzellen des Mannes schädigen. Aus diesem Grund weisen Spermien von Rauchern auch öfters erhebliche Erbgutschäden, also Veränderungen des Erbmaterials, auf.

  • Dies schränkt die Fruchtbarkeit der betroffenen Männer zusätzlich maßgeblich ein.

Können durch das Rauchen verursachte Erektionsprobleme behoben werden?

Die Wahrscheinlichkeit, als Raucher an einer erektilen Dysfunktion zu leiden, ist deutlich höher als bei Nichtrauchern.

Gelingt es Rauchern, ihr Laster abzulegen und langfristig mit dem Konsum von Tabak aufzuhören, stehen die Chancen für eine Verbesserung der Potenz sehr gut.

Studien belegen, dass rund ein Viertel der betroffenen Männer nach dem Einstellen des Rauchens auch weniger Probleme mit erektiler Dysfunktion hatten. Bei den Probanden konnte nach einem Jahr eine verbesserte Blutversorgung des Penis festgestellt werden.2Quelle | doi.org 3Acute Effects of Nicotine on Physiological and Subjective Sexual Arousal in Nonsmoking Men: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial | doi.org

Wer mit dem Rauchen aufhört, kann das Risiko einer erektilen Dysfunktion mit hoher Wahrscheinlichkeit verringern. Selbst wenn bereits Potenzprobleme bestehen, können sich diese nach dem Rauchstopp verbessern.

Wenn nichts hilft: Potenzmittel wie Viagra

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Wenn Rauchen zu Impotenz führt, greifen viele Männer zu Viagra. Das Mittel kann die Erektion wieder verstärken, gibt es allerdings nur auf Rezept.

Sollten sich die Potenzstörungen nicht mehr bessern, werden vom behandelnden Arzt oftmals verschiedene Medikamente empfohlen und verschrieben. Die effektivsten Präparate hierbei sind verschreibungspflichtige Potenzmittel aus der Reihe der PDE-5-Hemmer.

Der bekannteste Vertreter dieser Reihe ist Viagra. Der Wirkstoff verbessert die Durchblutung und hilft Männern dabei, eine Erektion aufzubauen sowie auch lange aufrecht zu erhalten.

  • Viagra, Levitra und Spedra wirken ca. 5 Stunden lang.
  • Die Wirkungsdauer von Cialis beläuft sich auf 36 Stunden.
  • Cialis kann in 5 mg auch täglich eingenommen werden.
Potenzmittel wie Viagra oder Cialis gibt es allerdings nur auf Rezept, welches vom Hausarzt, Urologen oder auch über eine Online Diagnose ausgestellt werden kann.

Fazit: Rauchen schadet dem Penis auf vielerlei Weise

Ob aufgrund einer Sucht oder rein zur Entspannung – viele Männer, greifen noch immer zur Zigarette.

Dabei sind ihnen die gesundheitlichen Beeinträchtigungen, welche mit der Zeit entstehen können, oftmals gar nicht bewusst. Diese Schädigungen müssen nicht nur die Lunge betreffen.

Auch die Funktion des männlichen Geschlechtsorgans wird durch den Tabakkonsum negativ beeinflusst. Einerseits kann die Blutversorgung des Penis über die Gefäße beeinträchtigt werden. Durch diese Ursache kann es zu einer erektilen Dysfunktion kommen, bei welcher sich der Penis nicht mehr so leicht aufrichten lässt, wie zuvor. 

Zusätzlich wird die Funktion der Schwellkörper beeinträchtigt, indem die Muskulatur an Elastizität verliert. Gesunde Schwellkörper-Muskeln und eine ausreichende Blutversorgung sind jedoch wichtige Voraussetzungen für eine harte und langanhaltende Erektion.

Eine erektile Dysfunktion kann sich alleine schon durch einen Rauchstopp verbessern.

Dies passiert im Normalfall innerhalb eines Jahres. Verbessert sich die Erektionsstörung eines Mannes in diesem Zeitraum nicht, so werden von Ärzten oftmals im Zuge einer umfangreichen Untersuchung Potenzmittel empfohlen, welche das Sexualleben wieder aufleben lassen.

Quellen, wissenschaftliche Studien & Literatur:
  1. Potenzstörungen: Was der Raucherpenis prognostiziert | derstandard.at
  2. Smoking and erectile dysfunction: findings from a representative sample of Australian men | dx.doi.org
  3. Acute Effects of Nicotine on Physiological and Subjective Sexual Arousal in Nonsmoking Men: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial | doi.org

Fotos: Potenzfragen.com & Marcos Mesa Sam Wordley | Shutterstock.com

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