Autor: Torsten KleinAktualisiert: 9. April 2021 | Lesezeit: 4 Minuten

Viagra ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, welches nicht für Frauen vorgesehen ist. Rezepte werden also nur Männern ausgestellt. Zwar ist die Einnahme von Viagra für Frauen in der Regel ungefährlich, jedoch auch meist wirkungslos.

In diesem Artikel verraten wir, warum Viagra für Frauen sinnlos ist macht und ob es Alternativen für Frauen gibt.

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Wie wirkt Viagra auf den Körper?

Der Wirkstoff, der in Viagra enthalten ist, ist Sildenafil. Er zählt zu den sogenannten PDE-5-Hemmern.

PDE-5 ist ein Enzym, welches den Stoff cGMP im Körper abbaut. Dieser wiederum erweitert die Blutgefäße, wodurch bei Männern mehr Blut in den Penis fließen kann. So entsteht eine Erektion. Werden die Gefäße durch das Enzym PDE-5 nun wieder verengt, geht die Erektion wieder zurück. PDE-5-Hemmer verlangsamen diesen Prozess und sorgen somit für eine längere Erektion.

Nicht zu verachten sind die möglichen Nebenwirkungen, die Viagra auslösen kann. Diese sind gerade für Frauen von Bedeutung, da sie wahrscheinlicher sind als eine Wirkung auf die sexuelle Erregung. Dazu zählen beispielsweise Kopfschmerzen, Schwindel oder vorübergehende Sehstörungen. Hier sollten also Nutzen und Risiken abgewogen werden.

Warum wirkt Viagra bei Frauen nicht?

Im Vergleich zu Männern ist die sexuelle Erregung bei Frauen komplexer und weniger erforscht. Sie wird durch das Anschwellen der Schamlippen und der Klitoris sowie das Feuchtwerden der Vagina physisch sichtbar. Eine gute Durchblutung ist dabei zwar förderlich, aber nicht so entscheidend wie beim Mann.

Hinzu kommt, dass Frauen im Gegensatz zu Männern auch Geschlechtsverkehr haben können, ohne sexuell erregt zu sein. Für Männer ist eine Erektion unabdingbar, um den Akt des Eindringens zu vollziehen. Frauen hingegen müssen nicht körperlich erregt sein, damit der Mann sein Glied in die Vagina einführen kann.

An dieser Stelle jedoch der Hinweis, dass das Eindringen für die Frau sehr schmerzhaft sein kann, wenn die Vagina zu trocken ist. Daher ist Geschlechtsverkehr nicht empfehlenswert, wenn keine körperliche Erregung vorliegt.

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Viagra steigert nicht die Lust auf Sex – auch nicht bei Frauen

Ein weiterer Faktor ist, dass die Ursache für fehlende Libido bzw. sexuelle Dysfunktionen bei Frauen sehr oft psychisch und nicht physisch bedingt ist.

Stress, Probleme im Job oder der Partnerschaft können zu einem Mangel an sexuellem Verlangen führen und sind nicht medikamentös zu behandeln. Außerdem ist sexuelle Erregung bei Frauen oft auch „Kopfsache“, das heißt, die körperliche Stimulation reicht meist nicht aus.

Da Viagra sich auf die Durchblutung auswirkt, welche bei Frauen nicht der entscheidende Faktor für eine Erregung ist, kann das Mittel nicht so wirksam sein wie bei Männern. Bisher gibt es auch keine wissenschaftlichen Studien, die eine Wirksamkeit bei Frauen belegen.

Subjektive Erfahrungsberichte, die für einen Effekt sprechen, sind aller Wahrscheinlichkeit nach auf einen Placebo-Effekt zurückzuführen. Eine leicht verbesserte Durchblutung kann sich allerdings auch bei Frauen im Genitalbereich und damit einer erhöhten Feuchtigkeit auswirken. Auch das leicht wärmende Körpergefühl durch die Durchblutungsanregung könnte als „lust-anregend“ aufgenommen werden. Dies sind allerdings eher Nebenwirkungen und sollten nicht als hilfreiche Wirkung angesehen werden.

Im übrigen können Männer kein Viagra rezeptfrei kaufen sondern benötigen immer ein Rezept vom Arzt. Das Rezepte kann auch über das Internet auf Online Kliniken wie euroClinix ausgestellt werden, wodurch der Gang zum Arzt erspart bleibt.

Gibt es so etwas wie „Viagra für Frauen“?

Ja, es gibt zwei Mittel, die als „Viagra für die Frau“ bezeichnet werden, die jedoch nicht so effektiv sind wie Viagra für den Mann.

Zum einen gibt es die „pinke Pille“ Lovegra, die allerdings kein in Europa zugelassenes Medikament ist. Dennoch wird sie im Internet, auch innerhalb von Europa, vertrieben.

Lovegra enthält den Wirkstoff Sildenafil – also jenen, der auch in Viagra enthalten ist. Wie wir jedoch bereits festgestellt haben, kann dieser bei Frauen nicht den Effekt erzielen, den er bei Männern erzielt.

Der Konsum von solchen, meist unter schlechten Qualitätsstandard hergestellten Produkts, ist nicht zu empfehlen. Der Einfuhr der Fälschung kann zu Zollproblemen und rechtlichen Konsequenzen führen. Lovegra ist nichts weiter als eine pink gefärbte Viagra Pille die nicht für Frauen wirkt.

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Addyi Flibanserin als Viagra Alternative für Frauen?

Das zweite Mittel ist Addyi mit dem Wirkstoff Flibanserin. Dieser soll die Libido der Frau steigern, indem er auf neurologische Ungleichgewichte im Gehirn wirkt. Studien haben jedoch ergeben, dass der Effekt gering ist, vor allem im Vergleich zu den Nebenwirkungen. Diese können Übelkeit, Schwindel oder Schläfrigkeit sein.

Hinzu kommt, dass die Pille täglich über einen längeren Zeitraum eingenommen werden soll. Währenddessen darf kein Alkohol konsumiert werden, da die Nebenwirkungen dadurch verstärkt werden können.

Es gibt also Mittel, die als „Viagra für Frauen“ bezeichnet werden, ihre Wirkung ist jedoch mehr als zweifelhaft.

Was können Frauen alternativ tun, um die Libido zu steigern?

Ein Wundermittel wie Viagra gibt es für die Frau also leider nicht. Da fehlende Libido bei Frauen aber oft Kopfsache ist, haben sie dennoch einige Möglichkeiten, etwas dagegen zu tun.

Häufig spielen Stress und Probleme eine entscheidende Rolle. Es ist also wichtig, Stress abzubauen – denn je mehr Stresshormone gebildet werden, desto weniger Energie kann der Körper dazu nutzen, Sexualhormone zu bilden. Hierzu kann es hilfreich sein, sich bewusst Zeit zum Entspannen zu nehmen.

Für einige Frauen ist Meditation ein gutes Ventil, um den Kopf frei zu bekommen. Auch Sport ist ideal, um Stresshormone abzubauen.

Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Schlaf und gesunder Ernährung wirken sich positiv auf das Wohlbefinden aus. Wichtig sind jedoch auch Selbstakzeptanz und offene Gespräche mit dem Partner, um etwaige Ängste aus der Welt zu schaffen.

Natürlich gibt es auch Frauen, bei denen diese Dinge allein nicht helfen. In manchen Fällen sind die psychischen Probleme zu schwerwiegend, wie beispielsweise bei Depressionen. Bei Vorerkrankungen und der Einnahme gewisser Medikamente kann es zudem sein, dass das sexuelle Verlangen nachlässt. Hier ist der Gang zum Arzt durchaus empfehlenswert.

Männer können dagegen auch mit Potenzmittel (PDE-5-Hemmer) die sexuelle Lust anregen, da bereits kleinere Impulse reichen um eine Erektion aufbauen zu können. Die Bereitschaft für eine harte Erektion macht Männern auch mehr Lust auf Sex.

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Quellen, wissenschaftliche Studien & Literatur:
  • https://www.netdoktor.de/medikamente/sildenafil/
  • https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2016/03/01/mehr-nebenwirkungen-als-wirkung-bei-pink-viagra